DIY/Unipol Mk.2 (2018)

Hier finden Selbstbauer die auf der alten BASSGUN-Seite angekündigte verbesserte Ausführung des beschriebenen Unipols.

Die Verbesserungen bestehen hauptsächlich aus zwei Änderungen, die schließlich zu einer tiefer reichenden Basswiedergabe führen.

  1. Das vordere Chassis erhält einen Serienkondensator („Hochpass“), der die Phasenlage zum hinteren Chassis („Tiefpass“) verbessert und zugleich im GHP Betrieb den Bassfrequenzgang.
  2. Das hintere Volumen wird vergrößert, um den Hub des hinteren Chassis besser auszunutzen und so mehr Tiefgang zu ermöglichen.
Die Chassis wurden beibehalten und sind wieder von der Firma Visaton, die auch das exzellente Simulationsprogramm boxsim auf ihrer Seite zur Verfügung stellt (unter Software). Wer möchte kann sich die Fähigkeiten des Unipol Mk.2 damit anschauen, hier die boxsim-Datei

Unipol Mk.2.BPJ

Hier ein paar Screenshots:

DIY/Unipol
Gehäusemaße

DIY/Unipol
Simulierter Frequenzgang, darunter der Energiefrequenzgang

DIY/Unipol
Frequenzweiche, in der Praxis leicht verändert, siehe Text

Gehäuse-Ausführung:
DIY/Unipol
Vordere Volumen 10L

DIY/Unipol
Hintere Volumen 18L, durchgehende Rückwand

DIY/Unipol
Kabeldurchführungen vom Frequenzweichenfach unten

DIY/Unipol
Die Schallwand ist mit kleinem Überstand zum Schluss draufgeleimt.

Messungen:
DIY/Unipol
Die Werte für den Serienschwingkreis, der die Impedanzspitze des hinteren Chassis einebnet, wurde im eingebauten Zustand ermittelt. Es ergaben sich abweichend von der Simulation mit zwei Matten Dämmmaterial im hinteren Volumen (eine unten, eine oberhalb des Chassis) folgende Werte:
Spule 22mH, Kondensator 220müF, Gesamtwiderstand 8,9 Ohm inkl. Spule

DIY/Unipol
Frequenzgang im 16qm Raum, Abstand 40cm nicht kalibriert

DIY/Unipol
Frequenzgang im 16qm Raum nicht kalibriert, schwarze Kurve

Frequenzgang im 40qm Raum kalibriert, rote Kurve

Messabstand jeweils 0,4m

Bemerkung:
Deutlich zu erkennen der Raumeinfluss, besonders unterhalb von 300Hz. Die Einbrüche bei 80Hz und 170Hz (schwarze Kurve) sind offensichtlich kein Lautsprecherfehler.

DIY/Unipol
Lautsprecher von Vorne (rote Kurve) und von Hinten (schwarze Kurve)

40qm Raum, 0,4m Messabstand, gleiche Position (Lautsprecher um 180 Grad gedreht)

Bemerkung:

Selbst im Raum sind die Simulationsergebnisse nachzuvollziehen, trotz deutlicher Raumeinflüsse. Rückwärtige Dämpfung bei 100Hz ca. -14db.

Freifeld-Messung:
DIY/Unipol
Lautsprecher von Vorne (rote Kurve) und von Hinten (schwarze Kurve)

0,4m Messabstand, gleiche Position (Lautsprecher um 180 Grad gedreht), kalibriert.

Bemerkung:

Sehr gute Übereinstimmung mit der Simulation!

Frequenzgang (-10db): 40 – 20000HZ, -3db bei ca. 60Hz, +-2db ca. 55 – 18000Hz*

Rückwärtige Dämpfung bei 100Hz ca. -14db, 120Hz <-15db bis 500Hz ansteigend auf -5db und ansteigend bis 55Hz ebenfalls auf -5db.


P.S. *Der Abfall im Hochtonbereich ab 6kHz ist Mikrofon bedingt.
    Das Gehäuse wurde aus 12mm Sperrholz- und MDF-Platten gefertigt.
    Der Nachbau ist für private Zwecke erlaubt und ausdrücklich erwünscht.
    Bei Fragen bitte den Kontaktweg wählen. Danke.

Viel Spaß beim Nachbauen und freudevollen Erfolg!

Mit besten Grüßen

Gerhard Meier


Frage:
Da ich in einer Mietwohnung lebe verspreche ich mir weniger Belästigung der Nachbarn und unkomplizierteres Aufstellen der Boxen beim Musik hören durch Ihr Patent. Ich habe schon Erfahrung beim Boxenselbstbau und interessiere mich daher für Ihre DIY_Variante. Was mich etwas irritiert ist der große Abstand zwischen Hoch und Tiefmitteltöner. Kann man das ohne klangliche Einbußen ändern? Ich höre gerne leise Musik und manche Lautsprecher entfalten ihr klangliches Potential erst bei höheren Lautstärken-wie verhält sich da Ihre Entwicklung? Gibt es auch einen Komplettbausatz mit den Weichenteilen und wenn nicht wie müßte die Qualität dieser Teile sein?
Jörg G.

Antwort:
Schön, dass Sie sich für einen energetisch linearen Lautsprecher interessieren!
Der Abstand zwischen Hoch- und Tieftöner ist im Zusammenhang mit der Frequenzweiche, genauer mit der Übergangsfrequenz zu sehen. Sie haben sicherlich die Befürchtung, dass das Klangbild zerfällt, wenn Hoch- und Tieftöner so weit auseinander sind. Ich kann das nicht bestätigen. Die Box klingt so völlig harmonisch. Wenn Sie den Abstand verringern wollen, müsste die Frequenzweiche gegebenenfalls geändert werden, ansonsten könnte sich die Stimmwiedergabe im Präsenzbereich verändern. Kann man in boxsim simulieren, die Datei vom Unipol Mk.2 ist auf meiner Seite herunterladbar.
Ein Vorteil eines energetisch linearen Lautsprechers ist die gleichmäßige Klangwiedergabe im gesamten Raum. Selbst bei geringen Lautstärken ist das Klangbild "plastisch stereophon". Wir als Lautsprechermanufaktur bieten leider keinen Bausatz an. Aus unserer Erfahrung sind normale gängige Bauteile völlig ausreichend, die Mehrausgabe für teurere Bauteile ist ohne direkten Vergleich meist nicht wahrnehmbar. (Fühlt sich halt besser an... wer´s braucht). Am meisten Einfluss hat noch der Widerstand der verwendeten Spulen. Da würde ich i.d.R. nicht die billigsten nehmen.
G.Meier

Frage:
Noch eine Frage: Sind die Maße des Lautsprechers mit Frequenzweichenfach oder ohne zu verstehen?
Jörg G.

Antwort:
Die Maße sind die Komplettmaße, also einschließlich des Frequenzweichenfachs. Noch eine Bemerkung: Wenn Sie den Tieftöner näher an den Hochtöner rücken, müssen Sie auch den gegenüber liegenden, rückwärtigen Tieftöner in die entsprechende Position bringen. Meine Empfehlung ist die Box unverändert zu bauen.